Im Jahr 2016 begeht der Chemiestandort Leuna sein 100-jähriges Jubiläum und die InfraLeuna wird zwanzig Jahre. Dies ist für uns ein guter Grund zum Feiern, denn Leuna hat sich nach einer fundamentalen Modernisierung und Neuausrichtung  zu einem besonders wettbewerbsfähigen Chemiestandort im Herzen Mitteleuropas entwickelt.

1916 wurde hier der erste Spatenstich getätigt und seit dieser Zeit ist der Name Leuna mit Produkt- und Verfahrensentwicklungen von internationalem Rang verbunden.

In den vergangenen Jahren wurden über 6 Milliarden Euro am Standort investiert. Insgesamt haben sich über 100 Firmen, darunter international tätige Konzerne wie ARKEMA, BASF, DOMO, Eastman, Innospec, Linde und TOTAL ebenso wie zahlreiche mittelständische Unternehmen für Leuna entschieden.

Einer gemeinsamen gewaltigen Kraftanstrengung aller Partner aus Wirtschaft und Verwaltung und insbesondere dem unternehmerischen Mut der Standortunternehmen und der Leistung der InfraLeuna als Standortbetreiber ist es zu verdanken, dass der Begriff Leuna wieder zu dem geworden ist, wofür er einstmals stand. Ein Synonym für fortschrittliche, zuverlässige und effiziente Chemie aber auch für höchste Standards des Umwelt,- Arbeits- und Gesundheitsschutzes, mehr als 9.000 attraktive Arbeitsplätze und ein lebenswertes Umfeld.

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern, darunter natürlich die Stadt Leuna und der Landkreis Saalekreis sowie das Kulturhistorische Museum Merseburg und der Verein Sachzeugen der Chemischen Industrie e.V., haben wir im Jubiläumsjahr zahlreiche Veranstaltungen geplant, angefangen von verschiedenen Ausstellungen über eine Festwoche zum 100-jährigen Jubiläum im Mai bis hin zum Tag der offenen Tür am 3. September 2016.
Seien Sie dabei, wenn die Region den Chemiestandort Leuna feiert, nutzen Sie unsere vielfältigen Angebote und tragen Sie die Jubiläums-Freude weiter.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Dr. Christof Günther
Geschäftsführer InfraLeuna GmbH

vERANSTALTUNGEN

Lade Veranstaltungen

Chronik

1916

Januar - Auftrag der Obersten Heeresleitung des Deutschen Reiches an die BASF zum Bau eines neuen Ammoniakwerkes

25.05. - Erster Spatenstich zum Bau des Ammoniakwerkes Merseburg - Gründungsdatum des Ammoniakwerkes Merseburg als Zweigwerk der BASF

1917

Am 27. April geht der erste Ammoniakreaktor in Betrieb. Als Katalysator wird ein eisenhaltiger Schmelzkontakt verwendet.

Am 28. April verlässt der erste Kesselwagen den Betrieb zur Weiterverarbeitung zu Sprengstoff.

1918

Der Nobelpreis für Chemie geht an Prof. Dr. Fritz Haber (1868 - 1934) für die Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen einer katalytischen Hochdruckammoniaksynthese.

1919
Aufnahme der Ammonsulfat-Produktion. Am 7. Mai verlässt der erste Kesselwagen das Werk.
1920

Ammoniakwerk Merseburg GmbH

Errichtung einer technischen Versuchsanlage zur Trockenentschwefelung von Synthesegas mittels Aktivkohle.

Im Dezember wird aus dem bisherigen Zweigwerk der BASF die Ammoniakwerk Merseburg GmbH. Prof. Dr. Matthias Pier (1892 - 1965) entwickelt die Methanol-Hochdruck-Synthese, die 1923 endgültig realisiert wird.

1921

Die Katalysatorenproduktion für die Ammoniaksynthese übernimmt die Ammoniakfabrik. Erster großtechnisch produzierter Leuna - Kontakt.

1923

Synthetische Herstellung von Methanol nach einem Hochdruckverfahren von Alwin Mittasch und Christian Schneider, technische Umsetzung durch Mathias Pier.

1925
Zuordnung zur Betriebsgemeinschaft Oberrhein innerhalb der IG Farbenindustrie AG
Bau der ersten Reaktors zur Herstellung von Synthesegas durch Wirbelschicht-Vergasung von Braunkohle nach einem Verfahren von Fritz Winkler.
1926
Baubeginn für eine Großversuchsanlage zur Erzeugung von Benzin aus Braunkohle und Braunkohlenteer auf der Basis der Versuchsergebnisse von Prof. Dr. Friedrich-Carl-Rudolf Bergius (1884-1949), dem es 1913 gelungen war, aus Steinkohle flüssige Reaktionsprodukte zu erhalten. Prof. Dr. Matthias Pier greift diese Ergebnisse auf und erreicht die Überführung in Leuna.
1927
Inbetriebnahme der Anlage zur Hochdruck-Hydrierung von Kohle mit dem Ziel der Benzin-Herstellung auf der Basis von Arbeiten von Bergius und Bosch.
1928
Den Leuna-Werken gelingt es, Ammoniak am kostengünstigsten zu produzieren. Leuna hält die Monopolstellung in der Produktion von synthetischen Stickstoffverbindungen und Stickstoffdüngemitteln.
1931  
Der Nobelpreis in Chemie geht an Prof. Dr. Carl Bosch (1874 - 1940) und Prof. Dr. Friedrich Bergius für die technische Realisierung der Ammoniak - Hochdrucksynthese in Leuna 1909 bis 1913 (Haber-Bosch-Verfahren) für die Förderung der Methanolsynthese und der Benzinsynthese durch Kohlehydrierung. Durch die Isobutylsynthese entstehen gem Flugzeugbenzin aus Synthesegas.
1932  
Bei der Braunkohlehydrierung gelingt mit dem Einsatz von pulverisiertem Molybdänoxid als Katalysator ein entscheidender Durchbruch.
Inbetriebnahme der katalytischen HD-Synthese von Methylamin.
1937  
Beginn der Erzeugung von Sonderschmierölen durch Polymerisation von Ethylen in Gegenwart von Aluminiumchlorid.
1938  
Aufnahme von Versuchen zur großtechnischen Synthese von Caprolactam zur Erzeugung der Polyamidfaser Perlon nach dem Verfahren des Chemikers Prof. Dr. Paul Schlack (1897 - 1987).
1939  
Erste Erzeugung von "Luran", firmeneigene Bezeichnung von Caprolactam.
1940  
Aufnahme der Produktion von Tensiden für die Herstellung von Waschmitteln.
1942   
Im Herbst wird die neue Caprolactam-Fabrik in Betrieb genommen.
1945
Enteignung der IG Farben
1946  
Überführung als Chemiewerk Leuna in die Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) für Mineraldünger
1947
Das Jahr steht vollständig im Zeichen des Wiederaufbaus. Im Oktober befiehlt die Sowjetische Militäradministration: "Über Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität und zur weiteren Verbesserung der materiellen Lage der Arbeiter und Angestellten der Industrie und des Verkehrswesens".
1949  
Im September geht eine Anlage zur Produktion von Harnstoff in Betrieb. Für die K-Leim-Erzeugung kann nun Harnstoff aus eigener Produktion eingesetzt werden.
In der Caprolactam-Fabrik wird an der Umrüstung auf den kontinuierlichen Betrieb gearbeitet.
1951   
Namensgebung Leuna-Werke „Walter Ulbricht
1952     
Entwicklung der Spritzgußmasse "Polyamid Leuna" .
Die Produktion des Tuberkuloseheilmittels INH (Isonikotinsäurehydrazid) wird eingeleitet.
1954
Rückgabe in deutsches Eigentum und Bildung des Volkseigenen Betriebes (VEB) Leuna-Werke „Walter Ulbricht“
1955
Erstes sowjetisches Erdöl wird verarbeitet. Bisher wurde Erdöl aus Österreich, Rumänien und Ungarn eingesetzt.
Herstellung von Epoxidharzen. Versuche zur Herstellung von Polyethylen.
1959   
8.10.1959 erster Spaten stich für Werkteil II. Damit wurde die Basis für die Petrolchemie Mitteldeutschlands geschaffen.
1960  
Die Erdölverarbeitung überschreitet die I-Million-Tonnen-Grenze. Die L-Forming-Anlage zur Erhöhung der Benzinqualität wird in die laufende Produktion einbezogen.
1964  
Die erste Ausbaustufe der neuen Harnstoff-Fabrik nimmt zu Jahresbeginn die Produktion auf.
1966 
Im Januar wird die erste Ausbaustufe bis zur Produktion von 24 kt/a Hochdruckpolyethylen von Leuna II in Betrieb genommen.
Leuna II ist mit einer biologischen Abwasserreinigung ausgerüstet.
1967  
Kombinat Leuna-Werke
Im August liefert der erste Tankwagen Caprolactam aus der Neuanlage im Werk II nach Premnitz.
Im Oktober wird die Erdölpipeline Schwedt-Leuna in Betrieb genommen.
1973  
Der Luftzerlegungsapparat 1 der neuen Sauerstoff-Fabrik geht in Betrieb.
1975  
Das neue Industriekraftwerk Nord geht heizölbefeuert in Betrieb, es wird später auf Erdgas umgestellt.
1976   
Inbetriebnahme der Erdölpipeline Schwedt-Leuna
1979     
Im September nimmt die Mirathen-Straße V zur Produktion von Hochdruckpolyethylen den Probebetrieb auf.
1986    
Inbetriebnahme der Niederdruck-Methanolsynthese für 2 000 Tagestonnen.
1989  
Inbetriebnahme der Argonanlage zur Herstellung von Argon des Qualitätsstandards R 50, das heißt eine Reinheit des Produktes mit 99,999 Volumenprozent.
1990  
Juli - Leuna-Werke AG (alle Anteile im Besitz der Treuhandanstalt)
1990   
Beginn der Privatisierung der Leuna-Werke in Geschäftsfeldern, verbunden mit der Stilllegung unrentabler Anlagen sowie der Ausgliederung nicht chemietypischer Bereiche.
1991   
Privatisierung Technische Gase zu Linde AG, Neubau des Zentrums für technische Gase und Ansiedlung der Linde AG
1992   
Privatisierung Kraftstoffe/ND-Methanol zu Elf
Privatisierung Energieerzeugung zu STEAG
1993    
Privatisierung Amine zu UCB (heute Eastman Chemical Company)
Privatisierung Formaldehyd/Leime zu Elf Atochem (heute ARKEMA GmbH)
Privatisierung Wasserstoffperoxid zu Elf Atochem
Privatisierung Technik zu WIG Leuna (heute WISAG Produktionsservice GmbH)
Neubau Wasserstoffperoxidanlage
12.01.1994  
Leuna-Werke GmbH
Mit der Ansiedlung der DOMO Gruppe, die den Caprolactambereich der Leuna-Werke übernehmen, entstehen weitere neue Produktions- und Verarbeitungsstätten u. a. für Schwefelsäure und HAS.

Privatisierung Kaufmännische Dienste/Informatik an EDS/ICS (heute ICS adminservice GmbH)
Privatisierung Salicylsäure an Rhodia Synthech (heute Hexion Leuna GmbH & Co. KG) – Neubau Latices
Im Mai beginnen die Bauarbeiten für die heutige TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland.
1995  
Privatisierung Katalysatoren an KataLeuna (heute CRI Catalyst Leuna GmbH)
Privatisierung Tenside an LEUNA-TENSIDE GmbH
Privatisierung Polyethylen an Dow
Privatisierung der Forschung an CHEMTEC LEUNA (heute MinAscent Leuna GmbH)
Privatisierung Polyamid an LEUNA-Miramid (heute BASF Leuna GmbH)
Privatisierung Epoxidharze/Leumal an LEUNA-Harze GmbH.
1996  
Gründung der InfraLeuna Infrastruktur und Service GmbH als Eigentümer und Betreiber der Infrastruktureinrichtungen.
Privatisierung Geschäftsfeld Kleinanlagen an SPEZIAL CHEMIE LEUNA (heute Quadrimex Sulfur Chemicals GmbH &. Co. KG)
Privatisierung Wachse an LEUNA-Polymer (heute Innospec Leuna GmbH)
1997  
Die Mitteldeutsche Erdoel-Raffinerie (heute TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland) geht als modernste ihrer Art in Europa in Betrieb. Die nach zweieinhalbjähriger Bauzeit in Betrieb genommene Raffinerie ist die größte Direktinvestition eines französischen Konzerns in den neuen Bundesländern.
1998
Privatisierung Energieerzeugung an MEAG – Neubau Kraftwerk GuD
1999  
Die ADDINOL LUBE OIL GmbH verlagert Teile ihrer Produktions- sowie Lagerkapazitäten nach Leuna.
Die LEUNA-TENSIDE GmbH erweitert ihr Geschäftsfeld.
2000
Die KataLeuna GmbH Catalysts (heute CRI Catalyst Leuna GmbH) baut eine neue Katalysatorenfabrik.
2003 
Die LEUNA-Harze GmbH setzt die Tradition der Leuna-Werke, die Produktion von Epoxidharzsystemen und Spezialharzen, fort und erweitert die Epoxidharzproduktion mit der Inbetriebnahme der Anlage LEUNA-Harze 2 auf über 20.000 t/a.
Die Linde AG eröffnet den Steamreformer II.
Die MVV TREA Leuna GmbH (heute MVV Umwelt Asset GmbH) startet mit dem Bau einer Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieverwertungs-Anlage (TREA).
2004
Die Kartogroup Deutschland GmbH (heute WEPA Leuna GmbH) siedelt sich am Standort an und beginnt mit der Produktion von Hygienepapieren.
2005
Die LCP Leuna Carboxylation Plant GmbH feiert ihr Richtfest und siedelt sich in Leuna an.
Bekanntgabe des Baus einer Wasserstoffverflüssigungsanlagen durch die Linde AG.
Erster Spatenstich für neue Produktionsflächen der ADDINOL LUBE OIL GmbH.
Inbetriebnahme der MVV TREA Leuna I und Spatenstich für TREA II.
2006
Produktionsstart der Phenolharzanlage der LEUNA-Harze GmbH.
Baubeginn der neuen Luftzerlegungsanlage der Linde.
2012  
Inbetriebnahme der Chlor-Alkali-Elektrolyse-Anlage der LEUNA-Harze GmbH. Das Investitionsvolumen für die Chlor- sowie die Epichlorhydrin-Anlage liegt bei ca. 70 Mio. Euro.
Inbetriebnahme des Chemisch-Biotechnologischen Prozesszentrums CBP der Fraunhofer-Gesellschaft (53 Mio. €)
Inbetriebnahme der neuen Polymerisationsanlage zur Herstellung von Nylon bei der DOMO Caproleuna GmbH (35 Mio. €)
2013  
Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Herstellung von Milch- und Bernsteinsäure sowie Derivaten bei der ThyssenKrupp Uhde GmbH (23 Mio. €)
Unterzeichnung Kooperationsvertrag zwischen InfraLeuna und MVV Umwelt zur Energieversorgung am Chemiestandort
2014  
FP-Pigments GmbH: Produktionserweiterung durch Errichtung einer zweiten Produktionslinie und einer Lagerhalle
MDSE: Inbetriebnahme einer neu entwickelten Anlage zur Behandlung von kontaminiertem Grundwasser
Im Oktober 2014 erfolgt die offizielle Inbetriebnahme eines neuen Mitteldruckdampfversorgungssystems am Chemiestandort – ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des Energiekonzeptes der InfraLeuna GmH
2015  
Am 30. April wird das „Energieeffizienz-Netzwerk Chemiestandort Leuna“ gegründet.
Am 2. November wird ein neues Hochdruckdampfversorgungssystem der InfraLeuna in Betrieb genommen. Der Standort verfügt jetzt über eine einzigartig flexible und effiziente Energieversorgung.
Am 16. Dezember erfolgt bei der LEUNA-Harze GmbH die feierliche Schlüsselübergabe für die neue Härterproduktion.